Break-even-Point berechnen — Hotel & Gastro

break even point berechnen — hotel & gastro

Viele Betriebe laufen seit Monaten, ohne zu wissen, ab wann sie überhaupt Geld verdienen. Du weißt, was du einnimmst. Du weißt ungefähr, was du ausgibst. Aber weißt du, wie viel Umsatz du jeden Monat brauchst, damit du nicht draufzahlst? Genau das beantwortet der Break-even-Point — und er ist einfacher zu berechnen als die meisten denken.

Was ist der Break-even-Point?

Der Break-even-Point (auch: Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt) ist der Umsatz, bei dem deine Einnahmen genau deine Kosten decken. Weder Gewinn noch Verlust — du bist null auf null.

Alles darunter: Verlust. Alles darüber: Gewinn.

Das klingt simpel, ist aber für die operative Steuerung enorm wichtig. Wer seinen Break-even kennt, kann einschätzen, ob ein schwacher Monat noch im grünen Bereich liegt — oder ob Handlungsbedarf besteht.

Die zwei Kostenarten, die du kennen musst

Bevor du rechnest, brauchst du eine saubere Trennung zwischen zwei Kostenblöcken:

Fixkosten fallen unabhängig davon an, wie viel du umsetzt. Miete, Versicherungen, Leasingraten, Grundgehälter, Steuerberaterhonorar, Lizenzkosten — all das läuft, egal ob das Restaurant voll ist oder leer.

Variable Kosten entstehen direkt durch deinen Umsatz. Wareneinsatz, verbrauchsabhängige Energie, Serviceprovisionen, Kreditkartengebühren — sie steigen mit dem Umsatz und sinken mit ihm.

Diese Trennung ist die Grundlage für alles, was folgt.

Die Formel

Break-even-Umsatz = Fixkosten / (1 – variable Kosten / Umsatz)

Oder einfacher, wenn du mit dem Deckungsbeitragssatz arbeitest:

Break-even-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragssatz

Der Deckungsbeitragssatz beschreibt, wie viel vom Umsatz nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt — der Anteil, der die Fixkosten deckt.

Deckungsbeitragssatz = (Umsatz – variable Kosten) / Umsatz

Beispielrechnung: Restaurant

Ein Restaurant hat folgende monatliche Werte:

  • Monatsumsatz: 40.000 €
  • Variable Kosten (Wareneinsatz + variable Personalkosten): 16.000 €
  • Fixkosten (Miete, Grundgehälter, Versicherungen, sonstige Fixkosten): 18.000 €

Schritt 1: Deckungsbeitragssatz berechnen

DB-Satz = (40.000 – 16.000) / 40.000 = 24.000 / 40.000 = 0,60 → 60 %

Schritt 2: Break-even-Umsatz berechnen

Break-even = 18.000 / 0,60 = 30.000 €

Das Restaurant muss jeden Monat mindestens 30.000 € Umsatz machen, um die Kosten zu decken. Alles darüber ist Gewinn — in diesem Fall sind es 10.000 € Gewinnmarge bei 40.000 € Umsatz.

Beispielrechnung: Hotel

Ein kleines Hotel mit 20 Zimmern hat folgende Zahlen:

  • Durchschnittlicher Zimmerpreis (ADR): 95 €
  • Variable Kosten pro Zimmer und Nacht (Reinigung, Frühstück, Wäsche, Energie): 28 €
  • Monatliche Fixkosten: 28.500 €

Schritt 1: Deckungsbeitrag pro Zimmer

DB pro Zimmer = 95 – 28 = 67 €

Schritt 2: Break-even in Zimmernächten

Break-even Zimmernächte = 28.500 / 67 = ca. 425 Nächte

Schritt 3: Auslastung berechnen

Das Hotel hat 20 Zimmer × 30 Tage = 600 verfügbare Zimmernächte im Monat.

Break-even-Auslastung = 425 / 600 = ca. 70,8 %

Das Hotel muss also jeden Monat rund 71 % Auslastung erreichen, um die Kosten zu decken. Bei durchschnittlicher Saisonauslastung von 55 % im Winter ist das ein konkretes Problem — kein abstraktes.

Typische Fehler bei der Break-even-Berechnung

Fixkosten unterschätzen. Viele Betriebe vergessen versteckte Fixkosten: Steuerberater, Software-Abos, Wartungsverträge, kalkulatorischer Unternehmerlohn. Wer diese weglässt, rechnet sich seinen Break-even schön.

Variable Kosten zu niedrig ansetzen. Besonders beim Wareneinsatz passiert das häufig — Schwund, Personalessen, Retourenquoten werden nicht eingerechnet. Dadurch fällt der Deckungsbeitragssatz in der Praxis schlechter aus als auf dem Papier.

Einmalige Einnahmen mitzählen. Ein Catering-Auftrag, eine Eventbuchung oder ein Förderantrag verzerren den Monatsumsatz. Der Break-even sollte immer auf Basis des regulären, wiederkehrenden Umsatzes berechnet werden.

Nur einmal im Jahr rechnen. Kosten verändern sich — Miete steigt, Energiepreise schwanken, Personal ändert sich. Ein Break-even, der vor 18 Monaten gestimmt hat, kann heute deutlich zu optimistisch sein.

Was du mit deinem Break-even anfangen kannst

Saisonale Planung. Wenn du weißt, dass du im Winter nur 55 % Auslastung erreichst und dein Break-even bei 71 % liegt, kannst du aktiv gegensteuern — mit Sonderangeboten, Direktbuchungsaktionen oder gezielter Kostensenkung in der Nebensaison.

Preisgestaltung überprüfen. Wenn dein Break-even bei gleichem Umsatzniveau nach oben wandert, liegt das oft an steigenden variablen Kosten. Dann stellt sich die Frage: Kann ich die Preise anpassen — oder muss ich an den Kosten arbeiten?

Investitionen einordnen. Wenn du überlegst, eine neue Maschine zu leasen oder zusätzliches Personal einzustellen, erhöht das deine Fixkosten — und damit deinen Break-even. Vor jeder solchen Entscheidung lohnt es sich, die neue Gewinnschwelle durchzurechnen.

Szenarien vergleichen. Was passiert, wenn dein Wareneinsatz um 3 Prozentpunkte steigt? Was, wenn du den Zimmerpreis um 10 € erhöhst? Der Break-even macht diese Auswirkungen sofort sichtbar.

Break-even in der Praxis: Monat für Monat

Einmal ausrechnen reicht nicht. Der Break-even-Point ist kein fixer Wert, sondern ein lebendiges Steuerungsinstrument. Betriebe, die ihn regelmäßig abgleichen — und dabei ihre Ist-Zahlen kennen — erkennen frühzeitig, wenn ein Monat problematisch wird. Nicht erst, wenn der Kontostand es zeigt.

Wer seine Fixkosten, variablen Kosten und Umsätze sauber getrennt erfasst, kann den Break-even in wenigen Minuten neu berechnen. Wer diese Zahlen nicht parat hat, rechnet im Dunkeln — und merkt Probleme oft zu spät.

REVENU hilft dir dabei, Kosten- und Umsatzstruktur strukturiert im Blick zu behalten, sodass du solche Berechnungen nicht jedes Mal von Grund auf neu zusammensuchen musst.


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