Die Auslastung ist eine der ersten Kennzahlen, die Hoteliers im Blick haben — und trotzdem wird sie häufig falsch interpretiert. Eine hohe Auslastung bedeutet nicht automatisch, dass ein Betrieb profitabel läuft. Dieser Artikel zeigt dir, wie du die Auslastung korrekt berechnest, was sie wirklich aussagt — und wie du sie gezielt verbesserst.
Was ist die Hotelauslastung?
Die Auslastungsquote (englisch: Occupancy Rate) gibt an, wie viel Prozent der verfügbaren Zimmer in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich belegt waren. Sie ist eine der drei Kern-Kennzahlen im Hotel-Controlling — neben dem ADR (Average Daily Rate) und dem RevPAR (Revenue per Available Room).
Allein sagt die Auslastung wenig aus. Ein Hotel mit 95 % Auslastung kann trotzdem schlechter dastehen als eines mit 70 % — wenn der Zimmerpreis stimmt. Dazu später mehr.
Hotelauslastung berechnen: Die Formel
Auslastung (%) = (belegte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer) × 100
Beispiel: Ein Hotel hat 40 Zimmer. An einem Freitag im Juli sind 34 davon belegt.
34 ÷ 40 × 100 = 85 %
Die Auslastung an diesem Tag beträgt 85 %.
Für einen längeren Zeitraum — etwa einen Monat — rechnest du mit der Summe aller belegten Zimmernächte geteilt durch die Summe aller verfügbaren Zimmernächte:
Auslastung (%) = (Summe belegter Zimmernächte ÷ Summe verfügbarer Zimmernächte) × 100
Beispiel Monat: 40 Zimmer × 30 Tage = 1.200 verfügbare Zimmernächte. Davon wurden 900 verkauft.
900 ÷ 1.200 × 100 = 75 %
Was zählt als „verfügbares Zimmer“?
Hier machen viele einen Fehler: Zimmer, die aus betrieblichen Gründen nicht verkauft werden konnten — wegen Renovierung, Defekt oder internem Gebrauch — sollten herausgerechnet werden. Sonst verzerrst du dein Bild nach unten.
Was ist eine gute Auslastung — Benchmarks
Pauschale Aussagen wie „über 80 % ist gut“ greifen zu kurz. Die richtige Einordnung hängt vom Betriebstyp, der Lage und der Saison ab.
Als grobe Orientierung für den DACH-Raum:
| Betriebstyp | Durchschnittliche Jahresauslastung |
|---|---|
| Stadthotel (Business) | 65–80 % |
| Ferienhotel (saisonal) | 55–75 % (Jahresdurchschnitt) |
| Budget-/Kettenhotel | 70–85 % |
| Boutique-Hotel | 60–75 % |
| Pension / kleines Haus | 50–70 % |
Ferienhotels haben naturgemäß stärkere Schwankungen — eine Auslastung von 35 % im Februar und 95 % im August kann im Jahresdurchschnitt trotzdem wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn die Preisgestaltung stimmt.
Wichtiger als ein externer Benchmark ist der Vergleich mit deiner eigenen Vorjahresperiode und deinem Break-Even-Punkt — also der Auslastung, ab der du Kosten deckst.
Auslastung allein reicht nicht — der Zusammenhang mit ADR und RevPAR
Hier liegt der entscheidende Denkfehler: Wer die Auslastung maximiert, indem er die Preise senkt, gewinnt auf der einen Seite — und verliert auf der anderen.
Beispiel:
Hotel A: 90 % Auslastung × 80 € ADR = 72 € RevPAR Hotel B: 70 % Auslastung × 120 € ADR = 84 € RevPAR
Hotel B macht pro verfügbarem Zimmer mehr Umsatz — obwohl es weniger belegt ist.
Die Auslastung ist deshalb immer im Kontext des Zimmerpreises zu sehen. Der RevPAR verbindet beide Größen zu einer einzigen Kennzahl, die den echten Ertrag pro Zimmer abbildet.
Typische Fehler bei der Auslastungssteuerung
Rabatte ohne Kalkulation: Viele Betriebe senken in schwachen Perioden die Preise, ohne zu rechnen, ab welcher Auslastung sich das überhaupt lohnt. Wer variable Kosten (Reinigung, Frühstück, Energie) nicht einkalkuliert, verkauft Zimmer unter Wert.
Letzte-Minute-Verfügbarkeiten zu spät freigeben: Zimmer, die zwei Tage vor dem Check-in noch zum vollen Preis angeboten werden, bleiben leer. Ein gestaffeltes Preismodell je nach Vorlaufzeit erhöht die Auslastung ohne dauerhaftes Preisdumping.
OTA-Abhängigkeit unterschätzen: Wer fast ausschließlich über Booking.com oder Expedia bucht, zahlt Provision zwischen 15 und 25 %. Eine hohe Auslastung über Direktbuchungen ist wirtschaftlich deutlich wertvoller.
Keine Segmentierung: Geschäftsreisende, Urlauber und Gruppenreisende haben unterschiedliche Buchungsverhalten und Zahlungsbereitschaften. Wer alle gleich behandelt, lässt Potenzial liegen.
Saisonmuster nicht nutzen: Wer die eigenen Auslastungsmuster der letzten Jahre nicht auswertet, kann keine fundierten Preisentscheidungen für die kommende Saison treffen.
5 Hebel, um die Auslastung gezielt zu verbessern
1. Frühbucherrabatte einführen Wer früh bucht, sichert sich einen besseren Preis — du sicherst dir Planungssicherheit. Einfach umzusetzen und messbar wirksam.
2. Mindestaufenthaltsdauer steuern In Hochphasen (Wochenenden, Feiertage, Messen) lohnt es sich, eine Mindestübernachtungszahl zu setzen. Das verhindert unrentable Einzelnächte und erhöht den Ertrag pro Buchung.
3. Direkte Buchungen fördern Eigene Website mit Buchungs-Widget, gezielte E-Mail-Kommunikation an Stammgäste, Loyalitätsanreize — wer den Direktkanal stärkt, senkt Provisionskosten und verbessert die Marge bei gleicher Auslastung.
4. Perioden mit niedriger Auslastung aktiv bespielen Pakete (z. B. Wellness + Übernachtung, Fahrradverleih + Frühstück) erhöhen den wahrgenommenen Wert ohne direkten Preisschnitt. Besonders effektiv für Slow-Season-Zeiträume.
5. Auslastung regelmäßig mit Vorjahr vergleichen Wer nur den aktuellen Monat betrachtet, übersieht Trends. Der Vergleich mit der gleichen Periode des Vorjahres — unter Berücksichtigung von Feiertagen und externen Faktoren — gibt ein realistisches Bild, ob sich ein Betrieb verbessert oder verschlechtert.
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