Gastronomie gründen: Konzessionen & Genehmigungen (einfach erklärt)

gastronomie gründen konzessionen & genehmigungen (einfach erklärt)

Genehmigungen sind das ungeliebte Thema jeder Gastro-Gründung. Kein Mensch gründet ein Restaurant, weil er Formulare liebt. Trotzdem entscheiden genau diese Formalitäten darüber, ob du pünktlich öffnest – oder mit drei Monaten Verzögerung.

Hier kriegst du den Überblick: Was brauchst du wirklich? Was kostet Zeit? Und wo lauern die klassischen Fehler?

Auf einen Blick – das kommt auf dich zu

  • Gewerbeanmeldung – immer notwendig
  • Gaststättenkonzession – nur bei Alkoholausschank
  • Gesundheitsamt & Hygiene – Pflicht für jeden Lebensmittelbetrieb
  • Nutzungsänderung – oft der größte Zeitfresser
  • IHK-Unterrichtung – Pflicht bei Konzessionsantrag
  • Weitere Erlaubnisse – je nach Konzept (Terrasse, GEMA, Werbung)

Gewerbeanmeldung – dein offizieller Startschuss

Ohne Gewerbe läuft nichts. Die Anmeldung beim Gewerbeamt ist immer der erste Schritt – egal ob Café, Imbiss oder Fine Dining. Du gibst dabei an, welche Art von Betrieb du führst.

Was viele unterschätzen: Die Rechtsform, die du wählst, hat echte Konsequenzen. Einzelunternehmen, GbR, UG oder GmbH – jede Variante bringt andere Regeln für Haftung, Steuern und Verwaltungsaufwand.

Tipp aus der Praxis: Viele starten als Einzelunternehmen, weil es am schnellsten geht. Das ist nicht falsch – aber auch nicht für jedes Konzept die schlaueste Wahl. Ein kurzes Gespräch mit einem Steuerberater vor der Anmeldung lohnt sich fast immer.

Gaststättenkonzession – brauchst du sie wirklich?

Nur wenn du Alkohol ausschenken willst. Das ist die kurze Antwort. Wer ein reines Café oder einen Imbiss ohne Alkohol betreibt, braucht keine Konzession. Wer Bier, Wein oder Spirituosen anbietet, kommt nicht drum herum.

Du brauchst sie, wenn …

  • du Bier, Wein oder Spirituosen anbietest
  • dein Betrieb als Restaurant oder Bar läuft

Du brauchst sie nicht, wenn …

  • du ein reines Café oder einen Imbiss ohne Alkohol führst
  • du ausschließlich Speisen und alkoholfreie Getränke anbietest

Häufigster Fehler: Die Konzession wird zu spät beantragt – das verzögert die Eröffnung massiv. Plane mindestens 6–8 Wochen ein, manchmal mehr.

Gesundheitsamt & Hygiene – Pflicht, keine Option

Wer mit Lebensmitteln arbeitet, braucht das Okay vom Gesundheitsamt. Ohne diese Nachweise darfst du nicht öffnen:

  • Belehrung nach §43 Infektionsschutzgesetz – für dich und alle Mitarbeitenden
  • Hygienekonzept nach HACCP-Standard
  • Entsprechende Schulungen im Team

Das klingt trocken – ist aber einer der häufigsten Gründe für Beanstandungen bei Kontrollen. Wer hier nachlässig ist, riskiert Auflagen oder im schlimmsten Fall eine Schließung.

Nutzungsänderung – der häufigste Showstopper

Das ist der Punkt, der die meisten Gründer überrascht. Nur weil eine Fläche leer steht, heißt das nicht, dass du dort Gastronomie betreiben darfst. Ein ehemaliges Ladengeschäft, das zum Restaurant werden soll? Fast immer ist eine Nutzungsänderung notwendig. Das Verfahren kann mehrere Monate dauern – und ohne Genehmigung keine Eröffnung.

Goldene Regel: Kläre die Nutzungsfrage immer vor Unterschrift des Mietvertrags. Wer das vergisst, sitzt schnell in einem teuren Vertrag für eine Fläche, die er gar nicht nutzen darf.

Lebensmittelüberwachung – kommt früher als erwartet

Das zuständige Amt prüft deinen Betrieb regelmäßig – und die erste Kontrolle folgt oft kurz nach der Eröffnung. Geprüft werden:

  • Hygiene und Sauberkeit
  • Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln
  • Arbeitsprozesse in der Küche
  • Dokumentation und Nachweise

Wer gut vorbereitet startet, hat hier keine Probleme. Wer improvisiert, riskiert Auflagen.

IHK-Unterrichtung – nur bei Gaststättenerlaubnis

Wer eine Konzession beantragt, muss vorher zur IHK. Die Unterrichtung deckt die Basics ab: Lebensmittelrecht, Hygiene, Jugendschutz und Gaststättenrecht. Ohne diesen Nachweis wird die Konzession nicht erteilt. Kein großes Ding – aber plane auch das rechtzeitig ein.

Weitere Genehmigungen – je nach Konzept

Hier wird es individuell. Je nach Betriebsart kommen weitere Erlaubnisse dazu:

Außengastronomie / Terrasse → Sondernutzungserlaubnis der Stadt
Musik & Live-Acts → Anmeldung bei der GEMA
Werbung & Schilder → Genehmigung für Außenwerbung
Abend- & Nachtbetrieb → Lärmschutz & lokale Vorschriften prüfen

Je mehr dein Konzept Richtung Nachtgastronomie geht – lange Öffnungszeiten, Alkoholfokus, Lautstärke – desto genauer schauen die Behörden hin.

Die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

Fast alle Probleme bei der Gründung lassen sich auf vier Punkte zurückführen:

  1. Mietvertrag unterschrieben, bevor die Nutzung geklärt war → Fläche nicht genehmigungsfähig
  2. Konzession zu spät beantragt → Eröffnung verzögert sich um Monate
  3. Das Bauamt nicht frühzeitig einbezogen → Überraschungen beim Umbau
  4. Konzept nicht klar definiert – Café, Bar oder Restaurant? Das macht rechtlich einen Unterschied.

Das Ergebnis ist immer dasselbe: Verzögerungen, Mehrkosten – und manchmal kein Start.


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